9.2 Dateiquellen — Externe Dateispeicher einbinden

9.2 Dateiquellen — Externe Dateispeicher einbinden

Verbinden Sie UDM mit externen Dateisystemen, um Berichte, Vorlagen und Dokumente zentral zu verwalten — ohne Dateien in die Datenbank kopieren zu müssen.

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Überblick

Dateiquellen verbinden UDM mit externen Dateisystemen wie lokalen Pfaden oder Netzlaufwerken. Sie werden für folgende Zwecke eingesetzt:

  • Berichtsvorlagen — Vorlagen für automatisch generierte Berichte
  • Dokumentenvorlagen — Briefvorlagen, Formulare und Standarddokumente
  • Dokumentenablage — strukturierte Ablage von Anhängen und Dateien zu Datensätzen

UDM liest die Dateien direkt vom konfigurierten Speicherort. Sie müssen Dateien nicht manuell hochladen — Änderungen im Dateisystem werden automatisch erkannt.

Unser Beispiel für diese Anleitung
Berichtsvorlagen aus Netzlaufwerk einbinden

Ihre Berichtsvorlagen liegen auf einem Netzlaufwerk unter \\server\vorlagen\. Sie möchten eine Dateiquelle konfigurieren, damit UDM die Vorlagen automatisch findet und für die Berichtserzeugung bereitstellt.

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Schritt 1: Dateiquelle anlegen

Navigieren Sie im Admin-Client zur Verwaltungsseite „Dateiquellen“. Dort sehen Sie die Liste aller konfigurierten Dateiquellen.

  1. „Neu“ klicken

    Klicken Sie in der Toolbar auf den Button „Neu“, um eine neue Dateiquelle anzulegen. Die Detail-Seite öffnet sich.

  2. Name und Beschreibung vergeben

    Geben Sie einen aussagekräftigen Namen ein, z. B. Berichtsvorlagen Server. Die Beschreibung ist optional, hilft aber bei der Zuordnung.

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Schritt 2: Pfad konfigurieren

UDM unterstützt zwei Modi für die Pfadkonfiguration:

Modus Beschreibung
Direkt-Modus Ein fester Basispfad, z. B. \\server\vorlagen\berichte. Alle Dateien in diesem Verzeichnis werden erfasst.
Template-Modus Ein Pfad mit Platzhaltern, z. B. \\server\kunden\{Kundenname}\dokumente. Platzhalter werden pro Datensatz durch die tatsächlichen Feldwerte ersetzt.

In unserem Beispiel: Wir verwenden den Direkt-Modus und tragen als Basispfad \\server\vorlagen\berichte ein.

Dateiquellen-Verwaltung: Liste konfigurierter Quellen
+ NeuSuche...
StatusNamePfadModusRekursivNur lesen
AktivBerichtsvorlagen Server\\server\vorlagen\berichteDirektJaJa
AktivKunden-Dokumente\\server\kunden\{Kundenname}\dokumenteTemplateJaNein
InaktivArchiv 2024\\archiv\2024DirektNeinJa
Platzhalter im Template-Modus Platzhalter werden in geschweiften Klammern geschrieben: {PropertyName}. UDM ersetzt sie zur Laufzeit durch den Wert des entsprechenden Feldes im Datensatz. So können Sie datensatzbezogene Dateipfade abbilden, z. B. \\server\projekte\{Projektname}\anhaenge.
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Schritt 3: Optionen festlegen

Konfigurieren Sie die weiteren Einstellungen der Dateiquelle:

Feld Beschreibung
Objekttyp Der UDM-Objekttyp, dem die Dateiquelle zugeordnet ist (z. B. Subsystem, Entity, Dialog).
Rekursiv Wenn aktiviert, werden auch Unterverzeichnisse durchsucht.
Nur lesen Wenn aktiviert, können Benutzer Dateien nur lesen, nicht ändern oder löschen. Standard: aktiviert.
Aktiv Deaktivierte Dateiquellen werden von UDM ignoriert.
Sortierung Bestimmt die Reihenfolge, wenn mehrere Dateiquellen für dasselbe Objekt konfiguriert sind.

In unserem Beispiel: Wir aktivieren „Rekursiv“, damit auch Vorlagen in Unterordnern gefunden werden, und lassen „Nur lesen“ aktiviert.

Dateiquelle „Berichtsvorlagen Server“ konfigurieren
Pfad & Optionen
Name
Berichtsvorlagen Server
Pfad-Modus
Direkt
Basispfad
\\server\vorlagen\berichte
Objekttyp
Subsystem
Rekursiv
Nur lesen
Aktiv
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Schritt 4: Filterregeln und Kategorie-Zuordnungen

Optional können Sie Filterregeln definieren, um nur bestimmte Dateien oder Ordner zu berücksichtigen. Filterregeln arbeiten nach dem Whitelist-Prinzip: Ohne Regeln werden alle Dateien angezeigt. Mit Include-Regeln werden nur passende Dateien angezeigt.

Filterregeln (Include/Exclude)

Regeltyp Beschreibung Beispiel
Include Dateien/Ordner explizit einschließen *.docx — nur Word-Dateien anzeigen
Exclude Dateien/Ordner explizit ausschließen (höhere Priorität als Include) ~$* — temporäre Office-Dateien ausblenden

Zieltyp der Regel

Zieltyp Beschreibung Beispiel-Pattern
Ordner Regel bezieht sich auf Ordnernamen oder Pfade archiv
Datei Regel bezieht sich auf Dateinamen vorlage_*.docx
Endung Regel bezieht sich auf Dateiendungen .pdf

Kategorie-Zuordnungen

Mit Kategorie-Zuordnungen können Sie Dateien automatisch einer Dokumentenkategorie zuweisen. Die Zuordnung erfolgt anhand von Ordner- oder Endungsmustern. So werden Dateien beim Einlesen automatisch klassifiziert.

Tipp Kombinieren Sie Filterregeln mit Kategorie-Zuordnungen: Schließen Sie z. B. nur .pdf und .docx ein und ordnen Sie PDF-Dateien der Kategorie „Berichte“ und Word-Dateien der Kategorie „Vorlagen“ zu.
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Zugriffsrechte und Netzwerkpfade

Achtung: Netzwerkpfade und Berechtigungen Der UDM-Server (Dienst) greift mit seinem Dienstkonto auf die konfigurierten Pfade zu. Stellen Sie sicher, dass:
  • Das Dienstkonto Leserechte auf dem Netzlaufwerk besitzt
  • UNC-Pfade (\\server\freigabe) verwendet werden — keine gemappten Laufwerksbuchstaben (Z:\)
  • Die Netzwerkfreigabe vom Server aus erreichbar ist
  • Bei „Nur lesen = Nein“ zusätzlich Schreibrechte vorhanden sind
Tipp: UNC-Pfade vs. Laufwerksbuchstaben Verwenden Sie immer UNC-Pfade (\\server\freigabe\ordner) statt gemappter Laufwerksbuchstaben (Z:\ordner). Laufwerksbuchstaben sind an die Benutzersitzung gebunden und stehen dem UDM-Dienst in der Regel nicht zur Verfügung.
Pfad-Sicherheit UDM validiert aufgelöste Pfade und verhindert sogenannte Path-Traversal-Angriffe. Platzhalter-Werte werden automatisch bereinigt: Zeichen wie .., /, \ und : werden entfernt, sodass ein Datensatzwert nicht aus dem konfigurierten Basispfad „ausbrechen“ kann.
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Häufige Fragen

Frage Antwort
Kann ich mehrere Dateiquellen für ein Objekt anlegen? Ja. Die Sortierung bestimmt die Reihenfolge, in der die Quellen durchsucht werden.
Was passiert, wenn der Pfad nicht erreichbar ist? UDM protokolliert einen Fehler und überspringt die Dateiquelle. Andere Quellen werden weiterhin abgefragt.
Werden Dateien in die Datenbank kopiert? Nein. UDM liest die Dateien direkt vom konfigurierten Speicherort. Es werden nur Metadaten (Name, Pfad, Größe) erfasst.
Was ist der Unterschied zwischen Direkt- und Template-Modus? Im Direkt-Modus ist der Pfad fest. Im Template-Modus werden Platzhalter ({Feldname}) pro Datensatz durch tatsächliche Werte ersetzt, sodass jeder Datensatz auf ein eigenes Verzeichnis zeigen kann.
Können Benutzer über Dateiquellen Dateien hochladen? Nur wenn „Nur lesen“ deaktiviert ist und das Dienstkonto Schreibrechte auf dem Zielpfad besitzt.
Werden Änderungen im Dateisystem sofort sichtbar? Ja. UDM liest das Dateisystem bei jedem Zugriff. Neue, geänderte oder gelöschte Dateien werden sofort erkannt.
Welche Platzhalter stehen im Template-Modus zur Verfügung? Alle Feldnamen (Property-Namen) des zugeordneten Datenobjekts. Zusätzlich steht {ObjectId} für die ID des Datensatzes bereit.